Kontext
das Informelle in meiner Malerei
vorab m/eine kunstgeschichtliche Einführung, denn mein Gesamtwerk als Künstlerin|Malerin impliziert einen Schaffensraum,
der ein Abbild und eine Wirkung erzeugt, daraus ist meine Haltung sichtbar gemacht
das Informel und abstrakter Expressionismus
Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts kam es in Europa und den USA zu grundlegenden Veränderungen in der Malerei. Bewegungen wie das Informel und der Abstrakter Expressionismus wollten die Kunst von festen Regeln, Formen und Inhalten befreien. Die Künstler lehnten die traditionelle Malweise mit vorgegebenen Motiven und Kompositionsprinzipien ab und stellten den gesamten Malprozess infrage. Stattdessen entwickelten sie einen spontanen, unmittelbaren Malakt, der Emotionen direkt ausdrücken sollte. So beschrieb K. O. Götz seine Kunst als Auflösung klassischer Formprinzipien.
Freiheit für die Malerei und die radikale Bildkomposition löst sich auf:
Das Malen selbst rückte in den Mittelpunkt: Ohne Skizzen oder feste Strukturen entstanden die Werke intuitiv, improvisiert und oft vom Zufall geprägt. Gegenständliche Darstellungen verschwanden weitgehend, wodurch sich für Betrachter ein großer Interpretationsspielraum eröffnete.
Die Farbe und den Malprozess als Inhalt über die Kunst zum Ausdruck gebracht:
Zugleich gewann das Material an Bedeutung. Vor allem die Farbe bestimmte durch Struktur, Leuchtkraft und Kontraste den Bildeindruck. Künstler experimentierten mit Techniken und Substanzen, wodurch neue, teils pastose Oberflächen entstanden. Der Malprozess wurde dabei selbst zum künstlerischen Ereignis: In körperbetonten Bewegungen wurde Farbe geschleudert, gegossen oder getropft, was zu dynamischen und ausdrucksstarken Bildwirkungen führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich diese freie, gegenstandslose Malweise in verschiedenen Ländern parallel. Strömungen wie der Abstrakter Expressionismus, Tachismus oder Art brut verfolgten ähnliche Ansätze, während sich in Europa der Begriff Informel durchsetzte. Geprägt wurde er 1951 in Paris durch den Kunstkritiker Michel Tapié.
Künstler, die das Informelle geprägt haben:
Zu den bekanntesten Künstlern zählen unter anderem Jackson Pollock, K. O. Götz, Mark Rothko und Jean Dubuffet. Auch in Deutschland entstanden Künstlergruppen wie „Junger Westen“ oder „ZEN 49“, die diese Kunstrichtung prägten. Bis heute wirken die Ideen des Informel nach und beeinflussen die zeitgenössische Kunstszene.
IN TOUCH , Music in Progress 1+2 | 2000-2002
Was wäre wenn …? meinte der Dozent Daniel Fischer und ließ mich mit der Frage während des Kunstsymposiums in der Slowakei stehen…
daraus entstand die Werkserie IN TOUCH | diese wurde vom bayer. Kultusministerium als mein Debüt / emerging Artist honoriert
Informel und abstrakter Expressionismus
Der Unterschied zwischen Informel und Abstrakter Expressionismus ist weniger ein klarer Gegensatz als vielmehr eine Frage von Herkunft, Schwerpunkt und Ausprägung.
Gemeinsamkeiten:
Beide Strömungen entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg und wollten die Malerei von Regeln, festen Formen und gegenständlichen Motiven befreien. Spontaneität, Emotion und der Malprozess selbst stehen im Mittelpunkt.
Unterschiede:
- Herkunft:
Das Informel entwickelte sich vor allem in Europa, während der Abstrakte Expressionismus in den USA entstand. - Schwerpunkt:
Beim Informel liegt der Fokus stärker auf Material, Struktur und der Auflösung von Form.
Der Abstrakte Expressionismus betont eher den persönlichen Ausdruck und die emotionale Wirkung. - Stilrichtungen:
Der Abstrakte Expressionismus umfasst klar erkennbare Unterformen wie Action Painting (z. B. Jackson Pollock) oder Farbfeldmalerei (z. B. Mark Rothko).
Das Informel ist stilistisch offener und weniger eindeutig unterteilt. - Wirkung:
Informelle Werke wirken oft experimenteller und materialbetonter.
Werke des Abstrakten Expressionismus sind häufig stärker auf große Gesten und emotionale Intensität ausgerichtet.
Kurz gesagt:
Das Informel ist die europäische Variante einer freien, experimentellen Malerei, während der Abstrakte Expressionismus die amerikanische Ausprägung mit stärkerem Fokus auf individuellen Ausdruck darstellt.
Werkserien Portfolio: THE UNIVERSE 2002-2004 | Form finden
Petronilla HohenwARTer - das Informelle in ihrer Malerei
Das Thema unserer Zeit ist weltweit ENERGIE,
schrieb einst Horst Dieter Geyer , ein Laudator und Vorsitzender des Kunstvereins Wolfstein über meine Kunst. Was meinte er damit ?
Künstler und Kunstpädagogen von Weltrang wie Joseph Beuys haben prophetisch
in ihrem Werk darauf bereits im letzten Jahrhundert aufmerksam gemacht. Damit Mensch und Gesellschaft sich deshalb
geistig und emotional mit ENERGIE auseinandersetzen, ist es notwendig, dass sich die zeitgenössische Kunst mit der
grundlegenden ENERGIE zwischen Menschen, Erde bzw. Natur, dem Göttlichen und der Quelle im SELBST radikal befasst.
ENERGIE > wirkende Kraft
Petronilla Hohenwarter hat sich dieser Aufgabe konsequent aus ihrem globalen
Verantwortungsbewusstsein gestellt.
Etymologisch hat ENERGIE überraschende Querverbindungen:
EN-ERGEIA aus dem Griechischen – von ERGON – mit der Bedeutung von
WERK bezeichnet die WIRKENDE KRAFT.
ENERGIE ist also immer gerichtet. So ist bezeichnend, dass Petronilla
Hohenwarter von der Komposition her dem INFORMEL verpflichtet ist.
ENERGIE fließt, wie bei Hohenwarter die Farbe, stellt also immer einen WEG
dar, sie hat eine „ LINIE „ Zwingend ergeben sich deshalb in Petronillas Werken
immer wieder Sequenzen oder auch Diptychen und Triptychen.
Ihre KREATIVITÄT / ENERGIE fließt aus einer unerschöpflichen Quelle, dem SELBST.
nachzulesen des gesamten Textes|Laudatio 2006
Werkserien Portfolio: LOVE 01 2004 – 2018 | Petrolstation of Love 01 | Ölkanister aus unserem Unternehmen
STIL : MATERIAL : KOMPOSITION
- Beim Informel liegt der Fokus stärker auf Material, Struktur und der Auflösung von Form. Bereits in meinen Studienjahren in Indonesien bis dato, war und spielt das Material einen bedeutenden Faktor. Das lag auch daran, dass ich mich aus den festgelegten Normen und Regeln befreien konnte, raus aus den epochalen Vorgaben. Freie Malerei Klassen , die ich belegte , ließen mich experimentieren. Insbesondere mit verschiedenen Malgründen, Farben und Techniken. Mir ging es nie nur um den persönlich emotionalen Ausdruck aka Selbstentfaltung und der damit verbundenen Wirkung, welches vermehrt beim abstrakten Expressionismus das Anliegen ist. Meiner Personal liegt das pionierhafte Gen des Erforschen, das Transformieren von Formen und Fakten zugrunde, Klarheit in Verwirrung zu bringen, dies frei zu legen, zu verändern, daraus eine neue Formgebung zu entwickeln. Das Auflösen und das Übermalen alter Kompositionen sind teil meiner informellen Herangehensweise als Künstlerin. Durch meine Erfahrungen in Indonesien und in der Slowakei fand ich den Zugang zu Altagsmaterialen, sog. used Material , welches mich in seiner Form und seiner Historie anspricht.
Werkserien Portfolio: THE QUO VADIS 2010-2017 | used Material , Holzplatte , Fundus aus unserem Unternehmen
- Das Informel ist stilistisch offener und weniger eindeutig unterteilt: Es wurde mir mal von einem alten weisen Kollegen unterstellt, dass ich nicht weiß, was ich möchte mit meiner Kunst insbesondere in den ersten 7 Jahren meines Schaffens (mit bereits erfolgten offiziellen jurierten Dotierungen);
- meine Weise zu arbeiten ist und war immer stilistisch offen – ich unterteile meine Werkperioden in Serien, d.h. in Zyklen , die sich aus meiner geistig-seelischen Entwicklung ergeben. Kunst ist für mich ein Prozess, der sich aus dem Inneren in das Äußere verlagert; d.h. die Gestaltung und dessen Form verändert sich durch mein Reifen und Bewusstwerdung.
- Daher wirken informelle Werke oft experimenteller und materialbetonter, wie man dies auch an meinen Objekten erkennen kann.
- Das Spontane, Expressive, Gefühlsbetonte und auch Formlose ist meist der erste Ausdruck zu Beginn meiner Arbeit. Das freie Experimentelle im Atelier ist kein wahlloses Unterfangen, sondern ein Selektieren und Filtern aus meinem unbewussten Raum bzw. den Hidden Spaces, in denen ich mich bewege; daraus entstehen Kunstwerke, die frei und experimentell wirken, ohne vorgegebener Regeln, Normen und Inhalten. Über 2 Jahrzehnte entwickelte sich daraus ein freier Ausdruck, der eine Linie ergibt und die Farbe fließen lässt; mit jener Energie, die überholte Regeln, Normen und Mustern aufbricht.
- das Informelle in meiner Malerei ist ein Gesamtkonstrukt: es vermittelt ein individuelles wie kollektives Abbild , offenbart eine Perspektive und zeichnet ein Freilegen eines Kontextes , welcher meine Haltung als Künstlerin widerspiegelt.
Werkserien Portfolio: THE SECRET 2018-2019 | used Books , private Bücher aus meiner und meines Bruders Kindheit/Schulzeit
CHRONOLOGIE | WERKPROZESSE 1998-2026
Meine Entwicklung als Künstlerin ist zyklisch seriell und bedingt sich meiner Lebensabschnitte und deren Brüche | metaphorisch ausgedrückt: Auflösung mit neuer TransFORMationsfindung inklusive visueller Bildsprache bzgl. alter Historie
WerkSerien:
SIMPLE SAJA 1998-2001
IN TOUCH 2000-2003
THE UNIVERSE vs. INDIVIDUALITY 2002-2004
LOVE 2004-2018
QUO VADIS 2010-2017
THE SECRET 2018-2019
THE CIRCLE of LOVE 2019-2020
THE ESSENTIALS 2019-
DETACHMENT 2021
THE AWAKENING 2021-
KunstProjekte:
SOULWALK 2005
HAPPINESS ART 2004-2024
THE BEAUTY 2005-2020
BELOVED CHILD ART PROJECT 2017-2022
THE SIMPLICITY of PLAYFULNESS 2019-2022
8 KUNSTBLÄTTER | THE FEMININE DIVINE 2024
MIT DER WELT IM DORF 2025
Werkserien Portfolio: THE AWAKENING 1 | THE GOLDEN HOUR OF DELIGHT | Malerei auf Canvas, 150 x 120 cm, 2021
